Rückblick auf die Wahltage in Tansania.

ie Wochen rund um die Wahlen im Oktober und November 2025 waren für uns alle bei SCHULBANK e.V. eine Zeit der großen Anspannung. Während wir uns normalerweise auf Lehrpläne und Prüfungen konzentrieren, stand in diesen Tagen die pure Sicherheit unserer Kinder im Mittelpunkt.

Die Hintergründe: Ein Land im Ausnahmezustand

Die politische Stimmung im Land war bereits im Vorfeld der Wahlen extrem aufgeheizt. Was als demokratischer Prozess geplant war, entlud sich in vielen Teilen Tansanias in einer Gewaltwelle. Während offizielle Stellen die Zahlen oft niedriger ansetzten, sprechen Berichte von internationalen Organisationen und der Opposition von einer tragischen Bilanz: Hunderte Menschen verloren landesweit ihr Leben, tausende wurden verletzt oder verhaftet. Besonders in den großen Metropolen war die Lage kaum unter Kontrolle zu bringen.

Die Situation in Iringa

In Iringa, dem Zentrum unserer Arbeit, blieb die Lage im direkten Vergleich glücklicherweise ruhiger als etwa in Dar es Salaam. Dennoch war die Nervosität überall greifbar:

  • Militärpräsenz: Die Straßen waren von patrouillierenden Sicherheitskräften geprägt, um jede Form des Aufruhrs im Keim zu ersticken.

  • Demonstrationen: Auch in den Straßen Iringas kam es zu Protesten, die die Stimmung sichtlich anspannten.
  • Kommunikationsstopp: Der zeitweise Ausfall sozialer Medien und Messenger-Dienste erschwerte es uns massiv, Informationen zu verbreiten und Kontakt zu halten.

Unsere Reaktion: Schutzraum Schule

In enger Abstimmung mit den Schulleitungen haben wir sofort harte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Wir haben unsere Stipendiaten angewiesen, die Campus-Gelände der Internate unter keinen Umständen zu verlassen. Tagesschüler wurden gebeten, strikt zu Hause zu bleiben, bis sich die Lage stabilisiert hatte.

Gott sei Dank hat sich diese Vorsicht ausgezahlt: Keinem unserer Schützlinge ist etwas passiert. Die Schulen haben hier großartige Arbeit geleistet und den Kindern einen geschützten Raum geboten, während draußen die politische Zukunft des Landes unter Einsatz von Gewalt verhandelt wurde.

Eine Herausforderung für unsere Arbeit

Für uns als NGO im Bildungsbereich ist eine solche Situation ein ständiger Balanceakt. Bildung braucht Stabilität und Frieden – genau das Gegenteil von dem, was Unruhen und Militärpräsenz ausstrahlen. Wenn der Schulweg zum lebensgefährlichen Risiko wird, steht alles auf dem Spiel.

Die Narben, welche die Wochen im Oktober und November 2025 hinterlassen haben, heilen nur langsam. Der Alltag kehrt zwar zurück, aber das Bewusstsein für die Zerbrechlichkeit der Sicherheit bleibt. Diese Zeit hat uns einmal mehr gezeigt, wie unverzichtbar unsere lokalen Netzwerke und das tiefe Vertrauen zu den Schuldirektoren vor Ort sind.

Elimu ni mwanga. (Bildung ist Licht.) – Gerade in diesen dunklen Momenten halten wir an diesem Licht fest, um unseren Schülern eine sichere Zukunft zu ermöglichen.